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20130117

Belgier Töten


Game Over 
1961/01/17 - Élisabethville Dead at 35, Patrice Émery Lumumba.

Der als Tasumbu Tawosa geborene, von Juni bis September 1960, erste Negerpremier des von Belgien in die Unabhängigkeit entlassenen Kongo verdarb es sich, schon während des Festaktes zur Unabhängigkeitsfeier, mit dem amtierenden belgischen König Baudouin I.

König Leopold II. hatte 1885 den Kongo, samt aller seiner Bewohner, auf der Berliner Kongokonferenz als seinen Privatbesitz reklamiert und sein Urgrossneffe Baudouin I. zu Beginn des Festaktes, in einer, mehr oder weniger, Abschiedsrede, die Errungenschaften und zivilisatorischen Verdienste der belgischen Kolonialherrschaft gepriesen.

In Anwesenheit des Königs und der versammelten Honoratioren aus dem In- und Ausland widersprach Lumumba der designierte Ministerpräsident, in seiner Ansprache, der Geschichtsauffassung Baudouin I. :

Wir kennen Spott, Beleidigungen, Schläge, die morgens, mittags und nachts unablässig ausgeteilt wurden, weil wir Neger waren. […] Wir haben erlebt, wie unser Land im Namen von angeblich rechtmäßigen Gesetzen aufgeteilt wurde, die tatsächlich nur besagen, dass das Recht mit dem Stärkeren ist. […] Wir werden die Massaker nicht vergessen, in denen so viele umgekommen sind, und ebenso wenig die Zellen, in die jene geworfen wurden, die sich einem Regime der Unterdrückung und Ausbeutung nicht unterwerfen wollten.

Nach dieser Rede wollte Baudouin den Kongo zunächst sofort verlassen, seine Minister rieten ihm, aus Höflichkeit zum Abschlussdinner zu bleiben, das tat er auch, sann aber fortan auf Rache und unterstützte Lumumbas Vertrauten, Oberst Joseph-Désiré Mobutu, logistisch, finanziell und militärisch dabei, in einem Militärputsch die Regierungsgewalt im Kongo zu übernehmen.

Lumumba wird entmachtet, von Mobutus Männern festgenommen und in eine Waldhütte gebracht, wo er gefoltert und von eigens aus Brüssel angereisten, belgischen Politikern, angespuckt wird. Dann wird er von Soldaten unter belgischem Kommando erschossen und zunächst an Ort und Stelle ver- und wenige Tage später wieder ausgegraben.

Der exhumierte Leichnam wird zerteilt, in, von einer belgischen Minengesellschaft bereitgestellter, Batteriesäure aufgelöst und schliesslich verbrannt. Die in der Asche verbliebenen Zähne Lumumbas sichert ein belgischer Offizier um sie Baudouin als Souvenir zu verehren.


Mobutu Sese Seko Kuku Ngbendu wa Zabanga etabliert, mit Baudouins Hilfe, in den folgenden Jahrzehnten eine der stabilsten Diktaturen Afrikas und richtet, 1974 in Kinshasa, mit Don King Mohammad Alis und George Foremans als Rumble in the Jungle legendären, Boxkampf um die Schwergewichts-Weltmeisterschaft aus.


Born this Day 
1942/01/17 -Louisville KY Muhammad Ali (*Cassius Marcellus Clay Jr.) was born.

Im Februar 1964 gewinnt der mit Sieben zu Eins als Aussenseiter gesetzte Schwergewichtsboxer Clay, nach ausgeglichenem Kampfverlauf durch eine – angeblich verletzungsbedingte – Aufgabe seines Gegners nach der sechsten Runde einen Weltmeisterschaftskampf gegen Sonny Liston.

Im April 1967 wird Clay nachdem er sich geweigert hatte: „Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause entfernt helfen, eine andere arme Nation zu ermorden und niederzubrennen, nur um die Vorherrschaft weisser Sklavenherren über die dunkleren Völker der Welt sichern zu helfen.“, den Wehrdienst anzutreten der Titel aberkannt.

Clay wird wegen Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Gefängnis und 10.000 US-Dollar Strafe verurteilt, bleibt aber gegen Kaution auf freiem Fuss. Später wird das Urteil aufgehoben, aber er erhält keine Boxlizenz. Sein Reisepass wird eingezogen und er muss drei Jahre inaktiv bleiben.

Rumble in the Jungle
Am 30. Oktober 1974 tritt Muhammad Ali, er ist inzwischen zum Islam konvertiert und hat Muhammad Ali, statt seines Sklavenhalternamens, gewählt, im Stade Tata Raphaël in Kinshasa in Zaïre, wie der Kongo gerade heisst, im als Kampf des Jahrhunderts annoncierten Rumble in the Jungle gegen George Foreman an.

Als Ali in Kinshasa aus dem Flugzeug auf die Gangway tritt, trifft ihn die Schwüle der afrikanischen Nacht. Tausende sind gekommen, um ihn zu begrüssen.
Ali fragt seinen business manager Gene Kilroy: „Wen können sie in Zaire nicht leiden?“
„Im Zweifelsfall die Weissen.“
„Wir können ihnen schlecht erzählen dass Foreman ein Weisser ist“, sagt Ali. „Wen noch?“
„Ich glaube, die Belgier.“
„George Foreman ist Belgier“, ruft Ali daraufhin ins Dunkel. Das Echo kommt prompt: „Ali boma ye“ - „Ali, töte ihn“