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20130326

Mètre des Archives


1791/03/26 - Paris Die verfassungsgebende Versammlung Frankreichs konstituiert, dass die Absence eines ordentlichen Längenmasses zu beenden sei. 
Das neue Mass soll dem zehnmillionsten Teil des Viertels des longitudinalen Erdumfanges entsprechen. 


Um den genauen Wert zu ermitteln, wird mit der Neuvermessung des Meridianbogens begonnen, aber durch das revolutionäre Durcheinander behindert, sind die Vermesser erst sieben Jahre später fertig. 

Die ungeduldigen Revolutionäre wollten nicht so lange warten und die Terrorherrschaft peitscht das neue Gesetz zum Längenmass durch den Konvent. Jean-Charles Borda schlägt vor, den Quotient Meter zu nennen und das Urmeter, „mètre des archives“, wird 1793 am 1. August mit einem provisorischen Wert von knapp 1000,325 Millimetern beschlossen. Auf Grundlage dieses Wertes wird 1795 ein provisorischer Meter - Prototyp aus Messing gefertigt.


Nachdem die Franzosen 1798 glauben, den Orbi endlich vermessen zu haben, wird ein zweites, das so genannte definitive Urmeter, aus Platin hergestellt und im französischen Nationalarchiv in einem Stahlschrank verwahrt. Allerdings ist dessen Genauigkeit bezüglich des angestrebten zehnmillionsten Teils der Distanz vom Äquator zum Pol noch schlechter als die des provisorischen Meters.


Deshalb wird das Urmeter 1889 durch einen etwas genaueres, in einer Platin-Iridium-Legierung gehaltenes, ersetzt, dreissig nummerierte Kopien des definitiv definitiver Urmeter genannten Urmeters hergestellt und diese unter interessierten Staaten verlost.


Unter den glücklichen Gewinnern der Meterlotterie ist auch das Deutsche Reich, es gewinnt die Kopie Nr. 18 und Bayern, das sich, leider nicht lange, über die 7 freut, da Adolf Hitler nach der Machtergreifung das bayrische Exemplar requiriert und es mit nach Berlin nimmt. Bei Kriegsende geraten die Meter in russische Gefangenschaft und beide verblieben im Osten Deutschlands. Da Westdeutschland nun ohne Mass ist, erwirbt es 1954 die wallonische Nr. 23 von Belgien. 1990 werden die 3 deutschen Meter wiedervereinigt, sind aber leider arbeitslos, da der Meter heute über die Strecke, die das Licht im Vakuum in einer Zeit von 1 / 299.792.458 in der Sekunde zurücklegt, definiert wird.