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20140913

Gravity Kills


5369/Elul/18 - Prag Rabbi Loew stirbt unter den Trümmern seines eigenen Geschöpfs, des Golem. Loew, der „Maharal von Prag“, ein herausragender Tora-Gelehrter, Philosoph, Kabbalist und bedeutender Führer der jüdischen Gemeinde der Stadt, ist, bis heute, vor allem wegen, eben jenem, für ihn jetzt zur Todesfalle gewordenen, Golem, den er selbst aus Lehm modelliert und zum Leben erweckt hatte, indem er, bei einem kabbalistischen Ritual, das hebräische Wort „AMT“, das „Siegel der Wahrheit“, auf dessen Stirn klebte, weltweit auch Nichtjuden ein Begriff.


Den „Prager Golem“ hatte Rabbi Loew vor längerer Zeit konzipiert und in Betrieb genommen um den, sich immer wieder verbreitenden, Ritualmordsverleumdungen einen Ursprung zu nehmen. Der Golem sollte Einwohner, die in der Nacht grössere Lasten durch Prag buckeln, kontrollieren, um sicher zu stellen, dass diese nicht etwa, in provokativer Absicht, Christkinderleichen in der Josefstadt entsorgen wollen.
Das hat eine Weile ganz gut fünktioniert, aber, da es in den letzten Wochen, wegen Insubordinationen des Golem, immer wieder zu Beschwerden kam und in Prag wie in ganz Böhmen, seit langer Zeit keine verleumderischen Anwürfe gegen die jüdische Gemeinde mehr gerichtet wurden, hatte der Rabbi jetzt beschlossen, dass es des Wächters nicht mehr bedürfe und dass er dem Lehmmann das Leben wieder entzieht.


Dazu bat der Rabbi den Golem, ihm beim Schuhe ausziehen behilflich zu sein und riss dem, sich herabbeugenden, Geschöpf den ersten der drei Buchstaben des „AMT“ von der Stirn. Das verbliebene Wort, „MT“ (Tod), haut den Golem augenblicklich um, wobei das wieder leblos Gewordene Rabbi Jehuda ben Bezal´el Loew unter sich begraben hat.